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Generationenübergreifendes Engagement

Elfriede P. versah über 20 Jahre lang den Dienst der Schwimmmeisterin im Freibad der kleinen Gemeinde M. mit knapp 4.000 Einwohnern. Die von ihr immer mit sehr viel Freude und Engagement versehene Tätigkeit verschaffte ihr bei der jungen Bevölkerung des Ortes einen hohen Bekanntheitsgrad, viele Sympathien und eine besondere Beliebtheit. Neben der hauptberuflichen Tätigkeit kümmerte sie sich in unzähligen Stunden ebenfalls seit vielen Jahren auf ehrenamtlicher Basis um die örtliche Jugendrotkreuzgruppe.

Schon während der Berufstätigkeit fiel Elfriede P. auf, dass sich im Sommer viele Jugendliche nach dem Badebetrieb vor dem Schwimmbad versammelten. Im Winter verlagerte sich dieser informelle Jugendtreffpunkt an das Schulzentrum im Ort oder in eines der Buswartehäuschen. Aus den Gesprächen hörte Elfriede P. immer wieder heraus, dass die nur zum Teil in Vereinen organisierten Jugendlichen einen eigenen Treffpunkt stark vermissen. Durch die Zuwanderung junger Familien erhöhte sich die Nachfrage nach einem Jugendtreff und Möglichkeiten der gemeindlichen Integration.

Mit dem Erreichen des Rentenalters gönnte sie sich aber keine Ruhe, mobilisierte eine Erzieherin, eine Auszubildende, eine Bankkauffrau, eine Verwaltungsfachkraft, einen Lehrer, die Gemeinde sowie Jugendliche, die sich für die Einrichtung eines offenen Jugendtreffs einsetzten. Unterstützung erhielt die Initiative durch die zuständige Kreisjugendpflege. Im Frühjahr 2001 wurde das Jugendmobil der Jugendpflege für 8 Wochen am Freibad als provisorischer Treff eingesetzt. Die Resonanz mit jeweils 15-35 Jugendlichen bestätigte den vermuteten Bedarf. Nach intensiver Suche gelang es schließlich im Anschluss an das mobile Projekt, von der evangelischen Kirchengemeinde das ehemalige Küsterhaus zu bekommen, um es zu einem offenen Jugendtreff umzubauen. Ein Berufschullehrer betreute in den Sommerferien und danach Jugendliche, die sich am Ausbau des Treffs aktiv beteiligten. Es wurden viele ungezählte Arbeitsstunden in das Projekt investiert. Elfriede P. gelang es zwischenzeitlich, die Initiative zu einem eingetragenen Verein werden zu lassen, um gegenüber der Gemeinde einen rechtsfähigen Status zu erlangen. Der Vorstand ist intergenerativ besetzt. Das Alter der stimmberechtigten Vorstandsmitglieder liegt zwischen 14 und 63 Jahren. Elfriede P. wurde in der Gründungsversammlung einstimmig und einhellig zur 1. Vorsitzenden gewählt. Zwischenzeitlich konnte der Jugendtreff eröffnet werden. An zwei Tagen der Woche ist das ehemalige Küsterhaus unter ehrenamtlicher Leitung geöffnet. Die Einrichtung des Jugendtreffs gelang mit Spenden und dem Einsatz von E&C-Mitteln für einen PC mit Internetanschluss, einen Billardtisch und viele Kleinigkeiten. Selbstredend setzte sich Frau P. mit Rückgriff auf die E&C-Mittel für die Durchführung von Internetkursen und Selbstverteidigungsseminaren ein, welche die offene Arbeit sinnvoll ergänzten.

Die teilweise erheblichen Altersunterschiede haben dem Projekt bislang nie geschadet; im Gegenteil sie beflügelten die geschilderten Aktivitäten auf eine ganz besondere Art und Weise: Jugendlicher Esprit und Souveränität des Seniorenalters mutieren zu einem beispielhaften synergetischen Prozess und Projekt sozialen Ehrenamtes.


Stand:18.9.2000
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Stand:18.9.2000
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