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Stand:18.9.2000
30. Januar bis 1. Februar 2006 in Straßburg
Europäische Fachkonferenz „Soziale Brennpunkte – eine Herausforderung für eine integrierte Kinder- und Jugendpolitik“
Berlin-Prozess – Die Soziale Stadt für Kinder und Jugendliche

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend der Bundesrepublik Deutschland (BMFSFJ) hat in Kooperation mit dem Kongress der Gemeinden und Regionen Europas, dem Direktorat für Jugend und Sport des Europarats und dem Französischen Ministerium für Jugend, Sport und gemeinnützige Verbände vom 30. Januar bis 1. Februar 2006 in Straßburg erfolgreich eine Europäische Fachkonferenz „Soziale Brennpunkte – eine Herausforderung für eine integrierte Kinder- und Jugendpolitik“ durchgeführt. Damit wurde der im Jahr 2004 begonnene „Berlin-Prozess – Die Soziale Stadt für Kinder und Jugendliche“ fortgesetzt.

Wie die Bundesministerin Ursula von der Leyen in ihrem Interview zur Konferenz deutlich machte, ist das Ziel dieser Initiative, verschiedene Praxiserfahrungen und Lösungsansätze aus europäischen Kommunen zusammenzubringen und einen europaweiten Prozess Regionen übergreifenden Lernens anzustoßen.

Über 280 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 32 europäischen Staaten und 123 Kommunen nahmen an der Straßburger Konferenz teil und diskutierten drei Tage in fünf Arbeitsgruppen über kommunale Strategien zur Verbesserung der Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen in sozialen Brennpunkten.

Eröffnet wurde die Konferenz durch die Stellvertretende Generalsekretärin des Europarats, Frau Maud de Boer-Buquicchio, die Bürgermeisterin der Stadt Straßburg, Frau Fabienne Keller, Herrn Dr. Peter Fricke, Abteilungsleiter des BMFSFJ sowie Herrn Valéry Genniges, Vertreter des Kabinetts des französischen Ministers für Jugend, Sport und gemeinnützige Verbände und Herrn Jordi Curell Gotor, Referatsleiter für Jugendpolitik der Direktion Jugend, Sport und Beziehungen mit den Bürgern der Europäischen Kommission.

In ihrem Eingangsstatement verwiesen die Sprecher auf die gemeinsame europäische Aufgabe: Die  Herausforderung, allen jungen Menschen in den benachteiligten Stadtteilen europäischer Kommunen gute Möglichkeiten für ihre Entwicklung zu bieten und so durch Integration den sozialen Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit der europäischen Gesellschaften zu sichern. Der Europarat sieht dabei große Chancen in einem transkommunalen Erfahrungsaustausch auf europäischer Ebene. Die stellvertretende Generalsekretärin beschrieb es folgendermaßen: „ ...this conference is an opportunity (...), creating a peer-to-peer-network of cities exchanging software for social inclusion.“

Herr Dr. Fricke machte für das BMFSFJ in seiner Eröffnungsrede deutlich, dass Deutschland die Präsidentschaft in der EU im nächsten Jahr nutzen wird, um gemeinsam mit der Europäischen Kommission die Ergebnisse des Berlin-Prozesses weiterzuführen.

In seinen Schlussfolgerungen zur Konferenz verwies Yavuz Mildon, Vize-Präsident des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarates auf die Ergebnisse der fünf Arbeitsgruppen, in denen über 30 Städte ihre Praxis zu Diskussion stellten:
  • 1. Junge Menschen erobern Räume – Partizipation und Beteiligung vor Ort
  • 2. Good Governance und integrierte Ansätze – Standards für die Zusammenarbeit von Verwaltung, NGOs und Zivilgesellschaft
  • 3. Interkulturelle Strategien und die Förderung von Toleranz im Gemeinwesen
  • 4. Der Beitrag non-formaler Bildung für die beruflichen Perspektiven von benachteiligten Jugendlichen
  • 5. Kommunaler Forschungsdialog zwischen Jugendforschung, Jugendpolitik und Jugendarbeit

Die Beiträge aus den Arbeitsgruppen haben in besonderem Masse verdeutlicht, dass die europäischen Kommunen zu ihrer Verantwortung und Aufgabe stehen, Integration zu gestalten und zu moderieren und zusammen mit den Fachkräften, Nichtregierungsorganisationen und den Bewohnerinnen und Bewohnern die Zivilgesellschaft weiter zu entwickeln. Ein vorbeugender Ansatz der Integration muss auf alle benachteiligten Kinder und Jugendlichen zielen. Dazu gehört gezielte Sprachförderung, ein qualifizierter Schulabschluss, eine Perspektive in Arbeit und die Möglichkeit von jungen Menschen, ihre Fähigkeiten in die Gesellschaft einzubringen. Zentral ist eine Beschäftigungsperspektive für alle Jugendlichen.

Kinder und Jugendliche sind die Zukunft Europas. Wie die Beispiele aus europäischen Kommunen verdeutlicht haben, gehören in sozial benachteiligten Stadtteilen integrierte Ansätze und Strategien zum Fachstandard, die Kindern, Jugendlichen und ihren Familien bessere Zukunftschancen ermöglichen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz waren sich einig, dass der Berlin-Prozess die einzigartige Chance bietet, einen kommunalen Praxisaustausch auf europäischer Ebene zu führen, der seit dem Jahr 2004 zu einer neuen Qualität lokalen Handelns beiträgt. Zugleich wird Europa dadurch in den Stadtteilen sichtbar. Sie wünschten die Fortsetzung des Berlin-Prozess und vereinbarten für die Zeit bis zu einer Folgekonferenz einen transkommunalen Erfahrungsaustausch. Darüber soll die Regiestelle des BMFSF auf  ihrer Website www.eundc.de fortlaufend berichten.

Yavuz Mildon verband mit seiner Abschlussrede noch einmal ausdrücklich den Wunsch und Aufruf des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarates, den Berlin-Prozess unter alternierender Federführung europäischer Kommunen fortzuschreiben.

Wegen der Bedeutung der Konferenz auf europäischer Ebene wurde während der Konferenz der europäische Jugendpreis „Young Active Citizens“ 2005 des Europarats verliehen. Auszeichnet wurden fünf Projekte, die die Zusammenarbeit zwischen Kommunal- und Regionalbehörden und Jugendlichen fördern.

Die Dokumentation ist erschienen und kann hier heruntergeladen werden.



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Stand:18.9.2000
Weitere Informationen zur Programmatik sowie Materialien zum Nachlesen und zum Download:

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